"Online-Befragung: Maßnahmen für politisch Verfolgte der SED-Diktatur sowie Kinder von politisch Verfolgen der SED-Diktatur"

Viele Menschen, die in der SBZ/DDR politische Verfolgung oder staatliche Willkür erlebt haben, leiden noch immer an den Folgen. Zahlreiche Maßnahmen wurden ergriffen, um die materiellen und psychischen Auswirkungen zu lindern. Wie diese Maßnahmen von den Betroffenen im Land Berlin bewertet werden, untersucht jetzt eine wissenschaftliche Studie. Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat damit das Berliner Institut für Sozialforschung beauftragt. Bis zum 15. Juli 2021 läuft dazu eine Online-Befragung.

Wurden Sie in der SBZ/DDR politisch verfolgt oder waren Sie staatlicher Willkür ausgesetzt?
ODER

Haben Ihre Eltern politische Verfolgung oder staatliche Willkür in der DDR erlebt?
Und, ist Ihr derzeitiger
Wohnsitz in Berlin?

Dann bitten wir Sie, bis zum 15. Juli an der Befragung teilzunehmen! Ausführlichere Informationen und den Zugang zu den Online-Fragebögen finden Sie bald an dieser Stelle.

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​Inhalt der Befragung

In der Befragung geht es um Hilfsangebote für politisch Verfolgte der SED-Diktatur. Die Untersuchung richtet sich an Berlinerinnen und Berliner, die in der SBZ/DDR politischer Verfolgung oder staatlicher Willkür ausgesetzt waren. Auch deren Kinder sind zur Teilnahme aufgerufen. Uns interessieren Ihre Erfahrungen beim Beantragen von Rehabilitierungen, staatlichen Entschädigungen und Leistungen. Des Weiteren laden wir Sie ein, das Beratungsangebot in Berlin zu bewerten und Verbesserungsvorschläge zu machen. Wir möchten Sie dazu ermuntern, auch an der Befragung teilzunehmen, wenn Sie zum Rehabilitierungsverfahren oder zum Beratungsangebot keine Aussagen treffen können. Gleiches gilt auch für Personen, deren Antrag auf Rehabilitierung bzw. Entschädigungsleistungen abgelehnt wurde. Kinder von Eltern, die in der SBZ/DDR politischer Verfolgung oder staatlicher Willkür ausgesetzt waren, bitten wir um die Schilderung Ihres Umgangs mit den Unrechtserfahrungen.

 

Ziel der Untersuchung

Die Untersuchung soll herausarbeiten, wie die in der SBZ/DDR politisch Verfolgten oder staatlicher Willkür ausgesetzten Personen das Beratungsangebot im Land Berlin einschätzen. Von Interesse ist zudem, welche Erfahrungen im Rahmen der Antragstellung sowie im Zuge von Rehabilitierungsverfahren in Berlin gemacht wurden. Die wissenschaftliche Befragung soll erstmals aufzeigen, welche Auswirkungen eine politische Verfolgung der Eltern in der SBZ/DDR auf deren Kinder hat. Hier geht es zum Beispiel um deren beruflichen Werdegang und soziale Situation. Die Befragung ist Teil der „Empirischen Studie zur Bestandsaufnahme und Bewertung von Maßnahmen für politisch Verfolgte der SED-Diktatur in Berlin im Zeitraum von 1990 bis 2020“.

Anonyme Teilnahme

Die erhobenen Daten werden entsprechend der EU-Datenschutzrichtlinien streng vertraulich behandelt. Das Ausfüllen des Online-Fragebogens erfolgt anonym und es können keine Rückschlüsse auf einzelne Personen getroffen werden.

Wenn Sie Fragen haben, oder Unterstützung beim Ausfüllen des Fragebogens benötigen, nehmen Sie gerne telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit dem Berliner Institut für Sozialforschung auf.

Dr. Eva Schulze, Tel.: 030 / 31 00 09 0; E-Mail: mail@bis-berlin.de

Hintergrund

Die Befragung ist Teil einer Studie zur "Bestandsaufnahme und Bewertung von Maßnahmen für politisch Verfolgte der SED-Diktatur in Berlin von 1990 bis 2020". Das Berliner Abgeordnetenhaus beschloss im Jahr 2017 die im Land Berlin für den Zeitraum von 1990 bis 2020 ergriffenen Maßnahmen zur Aufarbeitung des Unrechts in der SBZ/DDR zu untersuchen. Die Studie soll unter anderem darstellen, wie ehemals in der SBZ/DDR politisch Verfolgte oder staatlicher Willkür ausgesetzte Personen das Beratungsangebot im Land Berlin einschätzen und bewerten. Auch soll die Studie zeigen, welche Erfahrungen sie bei der Beantragung der Rehabilitierung in Berlin gemacht haben. Ziel der Untersuchung ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung zu liefern und Verbesserungen anzustoßen.

"Empirische Studie zur Bestandsaufnahme und Bewertung von Maßnahmen für politisch Verfolgte der SED-Diktatur in Berlin von 1990 bis 2020"

Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) hat das BIS Berliner Institut für Sozialforschung GmbH mit der Studie beauftragt, eine Bestandsaufnahme von Maßnahmen zur Aufarbeitung des Unrechts in der SBZ/DDR durchzuführen. Erstmalig für das Land Berlin sollen systematisch staatliche und zivilgesellschaftliche Maßnahmen von 1990 bis 2020 erfasst werden. Hierfür ist ein mehrstufiger Ansatz vorgesehen, der unterschiedliche Institutionen und Personengruppen umfasst sowie unterschiedliche methodische Ansätze verknüpft.

Zielsetzung der empirischen Studie ist eine erstmalige Bestandsaufnahme und Bewertung von Maßnahmen im Zeitraum von 1990 bis 2020 zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin. Konkret untersucht werden sollen die strafrechtliche, berufliche und verwaltungsrechtliche Rehabilitierungspraxis, soziale Ausgleichsleistungen sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Beratungsangebote für in Berlin wohnhafte Menschen, die in der SBZ/DDR politisch verfolgt wurden oder staatlicher Willkür ausgesetzt waren.

Es werden Personen, die politisch verfolgt oder staatlicher Willkür ausgesetzt waren, zu ihren Erfahrungen im Rehabilitierungsprozess und zu den erhaltenen sozialen Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen aus den drei SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen befragt. Zudem ist ein weiterer Aspekt der Studie, die aktuelle Lebenssituation dieser Personengruppe sowie deren in Berlin wohnhaften Kindern systematisch zu betrachten.

Ansprechpersonen beim BIS sind Frau Dr. Eva Schulze und Frau Janika Gabriel.

Projektlaufzeit: Dezember 2020 - Oktober 2021